Über das Werk
Dramatisches Gedicht des ungarischen Autors Imre Madách, entstanden 1859/60 während seines Rückzugs auf sein Gut nach der gescheiterten Revolution von 1848/49 und 1861 erstmals veröffentlicht. Die Bühnenuraufführung folgte am 21. September 1883 in Budapest.
Handlung
Nach der Vertreibung aus dem Paradies versetzt Luzifer, der Geist der Verneinung, Adam in einen Traum, in dem er gemeinsam mit Eva durch fünfzehn Stationen der Menschheitsgeschichte wandert – von den Hochkulturen der Antike über Rom, Renaissance und Französische Revolution bis in eine dystopische Zukunft. In jeder Epoche übernimmt Adam eine bedeutende Rolle und erlebt, wie sein Fortschrittsglaube an der Wirklichkeit zerbricht. Erwacht, will er sich das Leben nehmen, wird aber durch Evas Ankündigung ihrer Schwangerschaft und Gottes Zuspruch, weiterzukämpfen, davon abgehalten.
Kulturelle Bedeutung
Das von Goethes „Faust“ beeinflusste Werk gilt als bedeutendstes Drama der ungarischen Literatur und gehört bis heute zum festen Repertoire der ungarischen Bühnen; sein Schlusswort zählt zu den bekanntesten Zitaten des Landes. International liegt es in Übersetzungen in mehr als einem Dutzend Sprachen vor, darunter eine deutsche Fassung im Corvina-Verlag Budapest.
