Über das Werk
Eugen d’Albert vertonte „Die toten Augen“ nach einem Libretto von Hanns Heinz Ewers und Marc Henry, das auf Henrys eigenem Schauspiel „Les yeux morts“ (1897) beruht. Die als „Bühnendichtung in einem Vorspiel und einem Akt“ angelegte Oper wurde am 5. März 1916 an der Dresdner Hofoper uraufgeführt und gilt als eines der musikalisch aufwendigsten Werke d’Alberts.
Handlung
Die blinde Griechin Myrtocle ist mit dem äußerlich hässlichen römischen Senator Arcesius verheiratet, dessen edles Wesen sie für schön hält. Als der durch Jerusalem ziehende Jesus Blinden das Augenlicht zurückgibt, lässt sie sich heilen – wird aber gewarnt, sie werde ihn noch vor Sonnenuntergang verfluchen. Sehend verwechselt sie den schönen Galba mit ihrem Mann und umarmt ihn; der eifersüchtige Arcesius erschlägt daraufhin seinen Freund. Um die Illusion ihrer Liebe zu bewahren, blickt Myrtocle in die Sonne und erblindet erneut.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung soll mit knapp einer Viertelstunde Schlussapplaus gefeiert worden sein; das spätromantisch-üppig instrumentierte Werk zählt zu d’Alberts ambitioniertesten Opernprojekten. Nach jahrzehntelanger Bühnenabwesenheit wird es seit einigen Jahren vereinzelt wiederentdeckt.
