Über das Werk
Oper in drei Akten von Krzysztof Penderecki nach Aldous Huxleys halbdokumentarischem Bericht „The Devils of Loudun“ (1952) über den Hexenprozess von Loudun, vermittelt über John Whitings Bühnenfassung von 1961. Penderecki schrieb das Libretto selbst und vollendete die Partitur erst wenige Wochen vor der Uraufführung am 20. Juni 1969 an der Hamburgischen Staatsoper, die damit das 43. Weltmusikfest der ISCM eröffnete.
Handlung
Im französischen Loudun bezichtigt die von Hassliebe zerrissene Priorin Jeanne den Pfarrer Grandier der Verführung durch teuflische Mächte, nachdem er es abgelehnt hat, Beichtvater ihres Klosters zu werden. Ihre Anschuldigungen stecken die übrigen Ursulinerinnen an, die in religiöse Hysterie verfallen; korrupte Kirchenmänner foltern den Pfarrer und verurteilen ihn zum Tod auf dem Scheiterhaufen, den er standhaft erträgt.
Kulturelle Bedeutung
Als erste Oper des vor allem durch die Lukas-Passion bekannten Penderecki gilt das Werk als Schlüsselstück des Musiktheaters der späten 1960er Jahre, das Chorflächen, Sprechgesang und liturgische Zitate zu einem drastischen Klangtheater verbindet. Zwei Tage nach der Hamburger Premiere zeigte das Stuttgarter Staatstheater eine schärfer inszenierte Fassung, die von der Kritik als überzeugender galt.