Über das Werk
Tragödie des Euripides, vermutlich zwischen 411 und 409 v. Chr. uraufgeführt; ein genaues Datum überliefern die antiken Quellen nicht. Das Stück zählte in der Spätantike zur sogenannten byzantinischen Trias der meistgelesenen Euripides-Tragödien und ist deshalb ungewöhnlich gut, aber auch mit späteren Texteingriffen überliefert.
Handlung
Während des Kriegs der „Sieben gegen Theben“ versucht Iokaste, ihre verfeindeten Söhne Eteokles und Polyneikes im Streit um den thebanischen Thron zu versöhnen – vergeblich: Die Brüder töten sich im Zweikampf gegenseitig. Kreons Sohn Menoikeus opfert sich zuvor einer Prophezeiung gemäß für die Rettung der Stadt, und Iokaste tötet sich über den Leichen ihrer Söhne. Der noch lebende, geblendete Ödipus wird am Ende mit seiner Tochter Antigone aus Theben verbannt.
Kulturelle Bedeutung
Mit dem Chor phönikischer Frauen, die auf der Durchreise nach Delphi in der belagerten Stadt festsitzen, verleiht das Stück dem Theben-Mythos eine ungewöhnliche Außenperspektive und zählte zu den meistgespielten Tragödien der Antike.