Über das Werk
Friedrich Wolf schrieb „Die Matrosen von Cattaro“ 1930; die Uraufführung fand am 8. November 1930 an der Volksbühne Berlin unter der Regie von Günther Stark statt. Das Drama verarbeitet den Matrosenaufstand österreichisch-ungarischer Kriegsschiffe in der Bucht von Cattaro Ende Januar/Anfang Februar 1918.
Handlung
Unter Führung des Maats Franz Rasch fordern Matrosen unter anderem auf dem Schiff „St. Georg“ Frieden, bessere Versorgung und kürzere Arbeitszeiten, besetzen ihre Schiffe und hissen aus Protest gegen Krieg und Vorgesetzte rote Flaggen. Der Aufstand scheitert, als ein loyales Geschwader aus Pola eintrifft und die Erhebung gewaltsam niederschlägt.
Kulturelle Bedeutung
Wolf nutzte den historischen Aufstand von 1918, um mittelbar den gescheiterten Ruhraufstand von 1920 zu thematisieren, und zeigte, dass das Erringen der Macht oft leichter ist als ihr Erhalt. Das Stück wurde bald nach frühen Aufführungen verboten und gehört bis heute, selbst innerhalb Wolfs eigenem Werk, zu den seltener gespielten Stücken; später entstanden eine Hörspielfassung (1968) und eine Fernsehverfilmung (1979).