Über das Werk
Henrik Ibsen plante Die Kronprätendenten bereits ab 1858, nahm die Arbeit aber erst nach Fertigstellung von Fru Inger und einem Treffen mit Bjørnstjerne Bjørnson im Juni 1863 wieder auf; die Reinschrift war im September 1863 fertig, das Stück erschien im Oktober desselben Jahres zunächst mit mäßigem Absatz. Ibsen führte am Christiania Theater selbst Regie bei der Uraufführung im Januar 1864, mit Sigvart Gundersen als Håkon und Nicolaj Wolf als Skule.
Handlung
Nach dem Tod des norwegischen Königs ohne unangefochtenen Erben ringen im 13. Jahrhundert der uneheliche Håkon Håkonsson und der amtierende Reichsverweser Jarl Skule Bårdsson um die Krone. Håkon trägt, wie er glaubt, den gottgegebenen „Königsgedanken“, Norwegen zu einem geeinten Volk zusammenzuführen; Skule versucht vergeblich, sich diese Idee anzueignen. Als Skule sich 1239 selbst zum König ausrufen lässt, eskaliert der Konflikt zum offenen Krieg, in dem er 1240 den Tod findet.
Kulturelle Bedeutung
Das historische Drama über die norwegischen Thronfolgekriege wurde von Zeitgenossen auch als verschlüsselte Auseinandersetzung mit der eigenen Rivalität Ibsens zu seinem Freund und Konkurrenten Bjørnson gelesen. Ibsen selbst hielt die Dialoge für so tragfähig, dass er sie in der 1870 überarbeiteten Fassung, die bis heute als Textgrundlage dient, kaum noch änderte.