Über das Werk
Die Jüdin von Toledo ist ein historisches Trauerspiel von Franz Grillparzer nach Lope de Vegas Drama 'La Judía de Toledo'. Grillparzer arbeitete von ersten Entwürfen um 1824 bis in die 1850er Jahre an dem Stoff, zeigte ihn aber kaum jemandem; die Uraufführung fand erst nach seinem Tod statt, am Deutschen Landestheater in Prag.
Handlung
Die ehrgeizige Jüdin Rahel verschafft sich Zugang zu den königlichen Gärten von Toledo und zieht König Alfons VIII. von Kastilien in ihren Bann, der über ihr seine Pflichten als Herrscher vergisst. Als die Mauren Toledo bedrohen, sorgt die Königin mit Rückhalt des Hofstaats dafür, dass Rahel getötet wird, um den König zur Vernunft und zurück in den Krieg zu bringen.
Kulturelle Bedeutung
Die Titelfigur gilt als eine der ambivalentesten Frauenfiguren Grillparzers, da das Stück ihre Ermordung nicht eindeutig verurteilt. Der Stoff wirkte über das Drama hinaus: Lion Feuchtwanger machte ihn zur Grundlage seines gleichnamigen Romans, und Detlev Glanert komponierte später eine Oper darüber.