Über das Werk
Tragikomödie in zwei Akten von Jean Giraudoux, im französischen Original „La Folle de Chaillot“; das Stück entstand 1943 während der deutschen Besetzung Paris’ als eines seiner letzten Werke und wurde erst nach seinem Tod am 19. Dezember 1945 am Théâtre de l’Athénée in Paris uraufgeführt, inszeniert wie gewohnt von Louis Jouvet. Wegen ungeklärter Aufführungsrechte kam die deutsche Erstaufführung erst 1948 an den Münchner Kammerspielen zustande.
Handlung
Im Pariser Viertel Chaillot planen Immobilienspekulanten, unter der Stadt vermutete Ölvorkommen auszubeuten. Die exzentrische Gräfin Aurélie stellt sich mit einer Schar von Außenseitern gegen sie: In einem improvisierten Schauprozess locken sie die Geschäftemacher durch einen Kanaldeckel in die Kloake von Paris, aus der diese nicht wieder herauskommen.
Kulturelle Bedeutung
Die Pariser Uraufführungsserie lief 13 Monate lang vor stets vollen Häusern; am Broadway wurde die Inszenierung 1948–1950 als eines der bemerkenswertesten Stücke ihrer Zeit gefeiert und mit einem Tony Award ausgezeichnet. 1969 entstand mit dem Musical „Dear World“ mit Angela Lansbury eine Bearbeitung des Stoffs.