Über das Werk
„Die Harfe des Glücks“ ist ein dreiaktiges Stück von Yukio Mishima, das er 1963 als Neujahrsstück für die Theatergruppe Bungakuza schrieb und das lose am Matsukawa-Zugunglück von 1949 orientiert ist. Die für November 1963 geplante Uraufführung wurde abgesagt; nachgeholt wurde sie erst am 7. Mai 1964 im Tokioter Nissei-Theater unter der Regie von Keita Asari.
Handlung
Der junge, linientreue Sicherheitsbeamte Katagiri verehrt seinen Vorgesetzten Matsumura und jagt mit ihm mutmaßliche Linksextremisten, die einen Zug entgleisen lassen wollen. Katagiri fasst vermeintliche Täter und wird als Held gefeiert – bis der Polizeipräsident enthüllt, dass sein Vorbild Matsumura selbst als kommunistischer Spion arbeitet. Am Ende hört der erschütterte Katagiri eine geisterhafte Koto-Melodie, die nur er wahrnimmt.
Kulturelle Bedeutung
Kommunistisch orientierte Bungakuza-Mitglieder um die Schauspielerin Haruko Sugimura weigerten sich, Katagiris antikommunistische Repliken zu sprechen, und erzwangen die Absage der ursprünglichen Premiere. Der als „Harfe-des-Glücks-Zwischenfall“ bekannte Streit spaltete die Truppe: Mishima verließ sie mit rund zehn Kolleginnen und Kollegen und gründete die neue Gruppe Gekidan NLT, die das Stück 1964 zur Aufführung brachte.