Über das Werk
Henrik Ibsen schrieb Die Frau vom Meer 1888 in München; das Schauspiel in fünf Akten erschien am 28. November 1888 bei Gyldendal in Kopenhagen und Christiania, wieder in 10.000 Exemplaren. Es hatte gleich zwei Uraufführungen am selben Abend: am 12. Februar 1889 sowohl am Hoftheater Weimar als auch am Christiania Theater, wo Bjørn Bjørnson Regie führte und das Ehepaar Gundersen die Hauptrollen spielte.
Handlung
Die junge Ellida Wangel, Tochter eines Leuchtturmwärters, ist mit dem verwitweten Arzt Wangel verheiratet, sehnt sich aber insgeheim nach dem Meer und einem Fremden, dem sie einst die Ehe versprach, bevor dieser wegen eines Mordes fliehen musste. Als der Seemann Jahre später zurückkehrt und sie zur Flucht auffordert, stellt Wangel sie vor die völlig freie Wahl. Ellida entscheidet sich bewusst für ihr Leben an Land, woraufhin der Fremde abreist.
Kulturelle Bedeutung
Anders als die vorangegangene, kühl aufgenommene Rosmersholm fand das Stück ein wohlwollenderes Echo, was Zeitgenossen dem versöhnlichen Schluss zuschrieben. Es gilt als eines von Ibsens psychologisch differenziertesten Werken zu weiblicher Selbstbestimmung und Willensfreiheit, mit dem Meer als durchgehendem Sinnbild unbändiger Sehnsucht.