Über das Werk
Der verlorene Liebesbrief (rumänisch „O scrisoare pierdută“) ist eine Komödie in vier Akten von Ion Luca Caragiale. Sie wurde am 13. November 1884 am Nationaltheater Bukarest in Anwesenheit von Königin Elisabeth uraufgeführt und mit großem Publikumserfolg aufgenommen.
Handlung
In einer rumänischen Provinzstadt steht kurz vor einer Abgeordnetenwahl ein Liebesbrief des Kreispräfekten Ştefan Tipătescu an die verheiratete Zoe Trahanache im Mittelpunkt. Als der Brief in falsche Hände gerät, nutzen politische Gegner ihn zur Erpressung, wodurch sich Beamte, Kandidaten und Journalisten in ein Geflecht aus Bestechung und Opportunismus verstricken.
Kulturelle Bedeutung
Caragiale gilt als der bedeutendste rumänische Komödiendichter, und Der verlorene Liebesbrief zählt zu den meistgespielten Stücken des rumänischen Repertoires. Die Komödie zielt mit ihrer Verwechslungsdramaturgie auf die Korruptionsbereitschaft der politischen Klasse im Rumänien des späten 19. Jahrhunderts.