Über das Werk
Antikriegsstück in zwei Akten von Jean Giraudoux, im französischen Original „La guerre de Troie n’aura pas lieu“. Louis Jouvet inszenierte die Uraufführung im November 1935 am Théâtre de l’Athénée in Paris; die deutschsprachige Erstaufführung folgte am 6. November 1936 am Theater in der Josefstadt in Wien unter der Regie von Ernst Lothar.
Handlung
Der trojanische Königssohn Paris hat die Griechin Helena entführt. Hektor versucht, sie den Griechen zurückzugeben und so den drohenden Krieg abzuwenden, doch trotz aller diplomatischen Bemühungen und gegen den erklärten Willen der meisten Beteiligten nimmt das Unglück seinen Lauf.
Kulturelle Bedeutung
Geschrieben angesichts der wachsenden Kriegsgefahr der 1930er Jahre, gilt das Stück als eindringliche Warnung, dass Kriege unabwendbar werden, sobald Mechanismen von Ehre und Machtinteresse erst in Gang gesetzt sind. Der Schriftsteller Paul Claudel sah dagegen in der pazifistischen Grundhaltung des Stücks eine bedenkliche Verharmlosung.