Über das Werk
Der Traumgörge ist eine Oper in zwei Akten mit einem Nachspiel von Alexander von Zemlinsky auf ein Libretto von Leo Feld. Komponiert zwischen 1903 und 1906, sollte das Werk 1907 unter Gustav Mahler an der Wiener Hofoper uraufgeführt werden – nach Mahlers Weggang kam die Premiere jedoch nicht zustande, und die eigentliche Uraufführung fand erst 1980 in Nürnberg statt. Zemlinsky verbindet spätromantische Klangpracht mit einem psychologisch feinen Porträt eines Träumers, der zwischen Fantasie und Wirklichkeit nach seinem Platz im Leben sucht.
Handlung
Görge, ein junger Büchernarr und Träumer im Dorf, lebt mehr in Märchen als im wirklichen Leben und ist mit der bodenständigen Grete verlobt. Eine geheimnisvolle Traumprinzessin lockt ihn fort: Er verlässt Dorf und Braut, um sein Glück zu suchen. Jahre später gerät er unter aufrührerische Bauern und begegnet der als Hexentochter verfemten, einsamen Gertraud. In ihr erkennt er die Verwirklichung seines Traums und stellt sich schützend vor sie. Geläutert kehrt Görge mit Gertraud zurück und findet im wirklichen Leben jene Poesie, die er lange nur erträumt hatte.
Kulturelle Bedeutung
Der Traumgörge gilt als eines der bedeutendsten und lange verschollenen Werke Zemlinskys, dessen Schaffen erst spät wiederentdeckt wurde. Die gescheiterte Uraufführung von 1907 wurde zum Sinnbild für das schwierige Schicksal dieses zwischen Brahms, Mahler und Schönberg stehenden Komponisten. Seit der verspäteten Uraufführung 1980 und Produktionen u. a. an der Oper Frankfurt wird das Werk als kostbare Wiederentdeckung der Spätromantik gewürdigt.
