Über das Werk
„Der talentierte Mr. Ripley“ ist ein 1955 veröffentlichter Kriminalroman der US-amerikanischen Schriftstellerin Patricia Highsmith und der erste Band einer fünfteiligen Reihe um die Figur Tom Ripley. Nach eigener Aussage entwickelte Highsmith die Figur aus dem flüchtigen Bild eines jungen Mannes am Strand von Positano, das sie 1950 während eines Italienaufenthalts beobachtete; im Roman kehrt der Ort als fiktives Mongibello wieder. Der Roman erschien im November 1955 bei Coward-McCann in New York.
Handlung
Der mittellose New Yorker Tom Ripley wird vom wohlhabenden Herbert Greenleaf nach Italien geschickt, um dessen Sohn Dickie zur Rückkehr in die USA zu bewegen. Im Küstenort Mongibello gerät Ripley zunehmend in den Bann von Dickies Wohlstand und Lebensstil und tötet ihn schließlich bei einer gemeinsamen Bootsfahrt, um an seiner Stelle weiterzuleben. Als Dickies Freund Freddie Miles die Täuschung durchschaut, ermordet Ripley auch ihn und verschafft sich mit gefälschten Unterschriften und Dokumenten Zugriff auf Dickies Vermögen.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman wurde 1956 für den Edgar Award der Mystery Writers of America nominiert und mit deren Edgar Allan Poe Scroll bedacht, 1957 erhielt er in Frankreich den Grand Prix de Littérature Policière; 2025 zählte ihn Der Spiegel zu den 100 besten Büchern der Jahre 1925 bis 2025. Mit Tom Ripley schuf Highsmith eine aus Tätersicht erzählte Figur ohne moralische Auflösung und erweiterte damit den Kriminalroman um eine psychologische Dimension; der Stoff wurde mehrfach verfilmt, unter anderem als „Nur die Sonne war Zeuge“ (1960) und als „Der talentierte Mr. Ripley“ (1999).
