Über das Werk
Der Sohn ist ein Drama in fünf Akten von Walter Hasenclever, das 1913/14 entstand und zunächst 1914 in der Zeitschrift Die weißen Blätter sowie im Kurt Wolff Verlag erschien. Die Uraufführung fand am 30. September 1916 in den Kammerspielen des Neuen Deutschen Theaters in Prag unter der Regie von Hans Demetz statt, gefolgt von einer vielbeachteten Aufführung am 8. Oktober 1916 im Dresdner Albert-Theater unter Adolf Edgar Licho.
Handlung
Ein junger Mann lebt unter der autoritären Herrschaft seines Vaters, der ihm jede Selbstbestimmung verwehrt. Über eine Geliebte und einen Freundeskreis der Jugendbewegung findet er zu wachsendem Widerstand, der sich von privater Verzweiflung zu politisch-revolutionärem Aufbegehren steigert. Am Ende steht der Tod des Vaters und die Befreiung des Sohnes aus dessen Autorität.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück gilt als eines der bedeutendsten Dramen des literarischen Expressionismus und wurde bei seiner Uraufführung 1916 als Prototyp einer ekstatischen Rebellion gegen überkommene Autoritäten gefeiert. Als frühes Vater-Sohn-Drama prägte es das expressionistische Theater und diente als Vorbild für zahlreiche spätere Wandlungs- und Verkündigungsdramen der Epoche.