Über das Werk
Reinhold Glière komponierte das dreiaktige Ballett zum zehnten Jahrestag der Oktoberrevolution; die Choreografie stammt von Wassili Tichomirow (2. Akt) und Lew Laschtschilin (1. und 3. Akt). Die Uraufführung fand am 13. Juni 1927 am Moskauer Bolschoi-Theater statt und war der Primaballerina Jekaterina Geltzer gewidmet. Glière verwob in der Partitur klassische Balletttechnik mit ostasiatischen und mittelasiatischen Tanzmotiven.
Handlung
In einer chinesischen Hafenstadt der 1920er-Jahre verliebt sich die Tänzerin Tao-Hoa in den Kapitän eines sowjetischen Schiffs, der sich für die ausgebeuteten Hafenarbeiter einsetzt. Als Zeichen der Völkerfreundschaft schenkt er ihr eine rote Mohnblüte. Ihr eifersüchtiger Arbeitgeber tötet Tao-Hoa; sterbend gibt sie die Mohnblüten an Kinder weiter, die damit die Idee der Freundschaft und Freiheit weitertragen.
Kulturelle Bedeutung
„Der rote Mohn“ gilt als eines der ersten sowjetischen Ballette mit zeitgenössisch-revolutionärem statt märchenhaftem Sujet und bewies, dass sich klassische Balletttechnik mit politischer Erzählung verbinden ließ. Mit rund 300 Aufführungen wurde es zu einem der erfolgreichsten sowjetischen Ballette seiner Zeit.