Über das Werk
Musikalisches Lustspiel in drei Aufzügen von Antonio Salieri nach einem Libretto des Wiener Arztes Leopold von Auenbrugger, uraufgeführt am 30. April 1781 im Burgtheater Wien. Der Überlieferung nach regte Kaiser Joseph II. die deutschsprachige Vertonung als Sprachübung für den italienischstämmigen Komponisten an; zwei Töchter des Librettisten zählten zu Salieris Schülerinnen.
Handlung
Im Haus einer wohlhabenden Wienerin bringt der charmante italienische Rauchfangkehrer Volpino gemeinsam mit der Köchin Lisel eine Mitgift für die eigene Heirat zusammen. Mit seinem Gesang betört Volpino sowohl die Hausherrin Frau von Habicht als auch deren Stieftochter Nannette – und lässt sich anschließend von den beiden eifersüchtigen Verehrern der Damen dafür bezahlen, den vermeintlichen Bann wieder zu lösen.
Kulturelle Bedeutung
Salieri schrieb die Partien der Nannette und des Herrn von Bär für Caterina Cavalieri und Ludwig Fischer, die nur ein Jahr später mit Konstanze und Osmin in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ die Titelpartien ihrer Zeit prägten. Leopold Mozart hielt das Werk für eine schlecht verkleidete italienische Opera buffa, doch beim Wiener Publikum blieb es bis 1782 mit dreizehn Vorstellungen im Spielplan und fand bis ins frühe 20. Jahrhundert vor allem in Norddeutschland Anklang.