Der Kreidekreis
—
0 Bewertungen

Der Kreidekreis

Alexander von Zemlinsky
Oper · 1933

Über das Werk

„Der Kreidekreis“ ist eine Oper in drei Akten von Alexander (von) Zemlinsky nach dem gleichnamigen Schauspiel von Klabund, das auf der alten chinesischen Legende vom Kreidekreis-Urteil beruht. Zemlinsky schrieb das Libretto selbst, ließ Klabunds Text weitgehend unverändert und komponierte das Werk 1930/31; die Uraufführung fand am 14. Oktober 1933 am Stadttheater Zürich statt, nachdem die nationalsozialistische Machtübernahme die ursprünglich geplanten, gleichzeitigen deutschen Erstaufführungen verhindert hatte.

Handlung

Die Teehausdirne Haitang wird zur zweiten Frau des Steuereinnehmers Ma, deren erste Frau kinderlos bleibt. Nach Mas Ermordung erheben beide Frauen Anspruch auf Haitangs kleinen Sohn; der neu eingesetzte Kaiser – einst Haitangs Verehrer Prinz Pao – lässt die wahre Mutter mit dem titelgebenden Kreidekreis ermitteln: Wer das Kind aus dem gezogenen Kreis reißt, ohne ihm zu schaden, ist die wahre Mutter. Haitangs Weigerung, dem Jungen Schmerz zuzufügen, überführt sie als Mutter, und sie wird selbst zur Kaiserin erhoben.

Kulturelle Bedeutung

Die für das Frühjahr 1933 geplanten gleichzeitigen Erstaufführungen in mehreren deutschen Städten scheiterten am NS-Regime, das den jüdischen Komponisten Zemlinsky verfolgte; vereinzelte deutsche Aufführungen Anfang 1934 wurden bald unterdrückt, danach verschwand das Werk lange von den Spielplänen. Seit einer Wiederaufnahme am Opernhaus Zürich 2003 und weiteren Produktionen, etwa an der Opéra de Lyon 2018 und an der Deutschen Oper am Rhein, gilt die Oper als eines der bedeutendsten Bühnenwerke aus Zemlinskys später Schaffensphase.

Community-Bewertung
—
0 Bewertungen
Kommende Aufführungen
Theater Duisburg · Duisburg
3. Oktober 2026 · 5×
Home
Entdecken
Freunde
Profil