Über das Werk
Der König Kandaules ist eine Oper in drei Akten von Alexander von Zemlinsky nach eigenem Libretto, das er 1935/36 auf Anregung seiner Frau Louise nach André Gides Drama Le Roi Candaule schrieb. Bei der Flucht aus Wien 1938 war die Orchestrierung erst zu etwa einem Drittel fertig; der Musikwissenschaftler Antony Beaumont rekonstruierte den Klavierauszug 1990 und vollendete die Instrumentierung zwischen 1992 und 1995. Als Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper wurde die Oper am 6. Oktober 1996 in Hamburg uraufgeführt.
Handlung
König Kandaules von Lydien ist so stolz auf die Schönheit seiner Frau Nyssia, dass er seinem Fischer Gyges heimlich einen Blick auf die unverschleierte Königin gewährt. Nyssia entdeckt den Verrat, zwingt Gyges, Kandaules zu töten, und macht ihn zum neuen König und Ehemann – eine Wendung, die Fragen von Besitz, Blick und Würde freilegt.
Kulturelle Bedeutung
Als letztes, im Exil unvollendet gebliebenes Werk Zemlinskys gilt die Oper heute als bedeutender Fund der Zemlinsky-Renaissance; die von Beaumont vervollständigte Fassung wurde bei ihrer Uraufführung als überwältigender Erfolg gefeiert.