Über das Werk
Oper in einem Akt von Viktor Ullmann nach einem Libretto von Petr Kien, komponiert 1943/44 im Ghetto Theresienstadt; die letzte Seite der Partitur trägt das Datum 8. November 1943. Proben im Sommer 1944 unter dem Dirigenten Rafael Schächter kamen nicht mehr zur geplanten Aufführung, vermutlich weil die SS das unverhohlen NS-kritische Werk verbot; die Uraufführung fand erst am 16. Dezember 1975 durch die Niederländische Oper in Amsterdam statt.
Handlung
Kaiser Overall herrscht tyrannisch und führt endlosen Krieg; als der personifizierte Tod die Ausführung seiner Befehle verweigert, kann niemand mehr sterben, und das Land versinkt im Chaos. Erst als der Kaiser sich bereit erklärt, selbst das erste Opfer zu sein, nimmt der Tod seine Arbeit wieder auf. Ullmann und sein Librettist Kien gestalteten das Stück als Allegorie auf Hitler und den NS-Terror.
Kulturelle Bedeutung
Der Kaiser von Atlantis gilt als eines der bedeutendsten im Ghetto Theresienstadt entstandenen Werke und als eindringliches Zeugnis künstlerischen Widerstands unter Lebensgefahr. Ullmann und Kien wurden im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet, ohne die Uraufführung ihres Werks je erlebt zu haben.
