Über das Werk
Der Besuch der alten Dame ist eine Oper in drei Akten von Gottfried von Einem nach einem eigens für die Vertonung geschriebenen Libretto Friedrich Dürrenmatts, der damit sein gleichnamiges Bühnenstück von 1956 selbst für die Opernbühne bearbeitete. Die Uraufführung fand am 23. Mai 1971 an der Wiener Staatsoper statt, mit Christa Ludwig und Eberhard Waechter in den Hauptpartien unter der Leitung von Horst Stein.
Handlung
Die Milliardärin Claire Zachanassian kehrt nach 45 Jahren in ihre verarmte Heimatstadt Güllen zurück und bietet den Bewohnern eine riesige Summe, wenn sie ihren einstigen Geliebten Alfred Ill töten, der sie einst im Stich gelassen hat. Die Stadt lehnt zunächst entsetzt ab, verschuldet sich aber zusehends auf Kredit, bis sie dem Angebot schließlich doch nachgibt.
Kulturelle Bedeutung
Die Oper übertrug Dürrenmatts bittere Gesellschaftskritik über Käuflichkeit und Selbstgerechtigkeit unmittelbar auf die Bühne; die Kritik lobte insbesondere die zeitlose Gültigkeit der Parabel. Neben Dantons Tod zählt sie zu Einems international meistgespielten Werken.