Über das Werk
Dramma per musica in drei Akten von Antonio Caldara nach dem Libretto von Pietro Metastasio, uraufgeführt am 4. November 1733 am Wiener Hoftheater zum Namenstag Kaiser Karls VI. Es war die erste Vertonung des Textes, den Metastasio eigens für den Wiener Hof verfasst hatte; die Ballettmusik stammt von Nicola Matteis dem Jüngeren.
Handlung
Ein Orakel verlangt in Thrakien jährlich die Opferung einer Jungfrau aus königlichem Geschlecht. König Demofoonte verschont dabei seine eigene Tochter, während der mächtige Fürst Matusio auf der Opferung seiner vermeintlichen Tochter Dircea besteht – die jedoch heimlich mit Demofoontes Sohn Timante verheiratet ist und bereits ein Kind hat. Erst als sich herausstellt, dass Dircea in Wahrheit Demofoontes leibliche Tochter und Timante Matusios Sohn ist, kann die geheime Ehe anerkannt und das Orakel erfüllt werden.
Kulturelle Bedeutung
Metastasio verzichtete gegenüber älteren Fassungen des Stoffs bewusst auf dessen grausamere Züge, was ihm zeitgenössisches Lob einbrachte; der Text wurde in der Folge über siebzig Mal vertont. Die Wiener Hofoper Karls VI. besetzte die Uraufführung mit sieben Solostimmen und Orchester; die Partitur ist bis heute in zwei Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek überliefert.