Über das Werk
Demofoonte ist eine Opera seria in drei Akten nach dem Dramma-per-musica-Libretto von Pietro Metastasio, das mit weit über 70 Vertonungen zu dessen meistgenutzten Texten zählt. Niccolò Jommelli komponierte die erste von insgesamt vier Vertonungen des Stoffs, die er im Lauf seiner Laufbahn schrieb; die Uraufführung fand am 13. Juni 1743 im Teatro degli Obizzi in Padua statt.
Handlung
Im thrakischen Königreich muss laut einem Orakelspruch jährlich eine Jungfrau dem Gott Apollo geopfert werden. König Demofoonte hat seine eigene Tochter davon ausgenommen, ahnt aber nicht, dass sein Sohn Timante heimlich mit Dircea verheiratet ist und mit ihr einen kleinen Sohn hat. Als der König Timante mit der phrygischen Prinzessin Creusa verloben will und ausgerechnet Dircea durchs Los zum Opfer bestimmt wird, geraten Ehe, Thronfolge und Staatsraison in einen scheinbar unlösbaren Konflikt – bis sich am Ende die wahre Herkunft der Beteiligten klärt.
Kulturelle Bedeutung
Jommelli griff den Stoff bis 1770 noch dreimal auf – ein Beleg für seine anhaltende Beschäftigung mit Metastasios Text und für den Wandel seines persönlichen Stils, der zeitgenössisch für ein „bipartites“ Arienprinzip und expressives, orchesterbegleitetes Rezitativ auffiel. Die Paduaner Fassung von 1743 wurde noch 1754 in Lodi und 1755 in London nachgespielt; eine seiner späteren Fassungen brachte Riccardo Muti 2009 in Salzburg, Paris und Ravenna wieder auf die Bühne.