Über das Werk
Monooper in zwei Teilen für Sopran und Kammerorchester von Grigori Samuilowitsch Frid, dessen Libretto fast wortgetreu aus dem Tagebuch der Anne Frank montiert ist. Frid komponierte das Werk Ende der 1960er Jahre; nach einer konzertanten Uraufführung 1972 in Moskau folgte die szenische Uraufführung mit Orchester am 8. Mai 1977 in Swerdlowsk (heute Jekaterinburg).
Handlung
In 21 Episoden reflektiert die jugendliche Anne Frank während ihres Verstecks im besetzten Amsterdam ihre Gedanken, Ängste und Hoffnungen; eine äußere Handlung im herkömmlichen Sinn zeigt das Werk nicht. Es endet, bevor die Verhaftung der Familie ins Bild kommt.
Kulturelle Bedeutung
In der Sowjetunion zunächst kaum beachtet, setzte sich die Monooper seit den 1970er Jahren vor allem in den USA durch und wird seit den 1990er Jahren regelmäßig auch an deutschen Bühnen gespielt. Sie zählt zu den wenigen Opern, deren Text fast vollständig aus einem historischen Dokument besteht.