Das Floß der Medusa
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Das Floß der Medusa

Georg Kaiser
Theater · 1945
Drama

Über das Werk

Das Floß der Medusa ist ein Versdrama des deutschen Dramatikers Georg Kaiser, das zwischen 1940 und 1943 im Schweizer Exil entstand und dessen Titel auf Théodore Géricaults gleichnamiges Gemälde (1819) anspielt. Auslöser war ein Zeitungsbericht über die Versenkung des britischen Passagierdampfers "City of Benares" am 17. September 1940 durch ein deutsches U-Boot, mit dem Kinder von Großbritannien nach Kanada evakuiert werden sollten. Die Uraufführung fand erst nach Kaisers Tod am 24. Februar 1945 am Stadttheater Basel statt, inszeniert von Robert Pirk mit einem reinen Schülerensemble.

Handlung

Nach dem Untergang eines Schiffs treiben dreizehn Kinder mehrere Tage auf einem Floß auf offener See, mit schwindenden Vorräten und wachsender Angst. Unter dem Druck der Extremsituation zerbricht die Solidarität der Gruppe: Um dem drohenden Untergang zu entgehen, ertränken die Kinder das jüngste unter ihnen.

Kulturelle Bedeutung

Das Stück, von Kaiser selbst als "dramatische Legende der Dunkelheit" bezeichnet, gilt als eines der schonungslosesten Werke seines Spätwerks über den Verlust von Menschlichkeit im Ausnahmezustand und wurde erst 1963 vollständig veröffentlicht. Nicht zu verwechseln ist es mit dem gleichnamigen Oratorium (1968) von Hans Werner Henze nach einem Text von Ernst Schnabel, das auf einer anderen Textgrundlage beruht.

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