Cyankali
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Cyankali

Friedrich Wolf
Theater · 1929
Drama

Über das Werk

Friedrich Wolf schrieb „Cyankali“ 1929 in Eltville und Stuttgart; das Stück wurde am 6. September 1929 im Berliner Lessingtheater unter der Regie von Hans Hinrichs uraufgeführt. Wolf, selbst homöopathischer Arzt und in der Sozialistischen Ärztevereinigung aktiv, griff dabei unmittelbar auf seine klinische Erfahrung mit den Folgen des Abtreibungsparagrafen § 218 zurück.

Handlung

Die arbeitslose junge Fabrikarbeiterin Hete Fent wird während einer Aussperrung schwanger und wendet sich, da ihr wegen § 218 medizinische Hilfe verweigert wird, an eine illegale Abtreiberin. Sie stirbt an einer Überdosis Zyankali, während ihre Mutter und ihr Freund Paul wegen Beihilfe zur illegalen Abtreibung verhaftet werden.

Kulturelle Bedeutung

„Cyankali“ wurde das erfolgreichste deutschsprachige Bühnenstück der Spielzeit 1929/1930 und löste eine landesweite Debatte über § 218 aus; im Februar 1931 wurde Wolf selbst kurzzeitig festgenommen, kam aber nach Massenprotesten unter anderem von Bertolt Brecht und Carl von Ossietzky frei. Die Inszenierung gastierte in Deutschland, der Schweiz, Österreich und der Sowjetunion und wurde bis nach New York, Moskau, Tokio und Paris gespielt.

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