Über das Werk
Dramma per musica in drei Akten von Florian Leopold Gassmann nach dem Libretto Pietro Metastasios, uraufgeführt am 29. April 1761 im Teatro San Samuele in Venedig; im selben Jahr folgten Aufführungen in Lugo und zum Karneval 1762 in Vicenza. Auch von dieser Vertonung ist nur der Textdruck erhalten, die Partitur gilt als verschollen.
Handlung
Der römische Senator Catone verteidigt die belagerte Stadt Utica gegen Caesars Griff nach der Alleinherrschaft, während seine Tochter Marzia heimlich Caesar liebt. Gescheiterte Friedensverhandlungen führen in den offenen Krieg; als Marzia ihr Verhältnis zu Caesar offenbart, verstößt Catone sie. Nach Caesars Sieg nimmt sich Catone das Leben, statt sich der neuen Alleinherrschaft zu unterwerfen – ein für die Opera seria seiner Zeit ungewöhnlich kompromissloses Ende, das Metastasio später abmildern musste.
Kulturelle Bedeutung
Metastasios politisch zugespitzter Stoff um republikanische Freiheit und Tyrannenherrschaft wurde rund 30-mal vertont und zählt wegen seines tragischen statt versöhnlichen Schlusses zu den Ausnahmen im Kanon der Opera seria. Gassmanns Fassung entstand am Ende seiner ersten venezianischen Karnevalsserie, kurz bevor er 1763 an den Wiener Hof wechselte.
