Über das Werk
Oper in zwei Akten von Alberto Ginastera nach einem Libretto von Manuel Mujica Láinez, der es auf seinen eigenen Roman „Bomarzo“ (1962) stützte. Uraufgeführt wurde das Werk am 19. Mai 1967 im Lisner Auditorium in Washington, D.C., durch die Opera Society of Washington unter der musikalischen Leitung von Julius Rudel und der Regie von Tito Capobianco.
Handlung
Sterbend durchlebt der Renaissancefürst Pier Francesco Orsini, Herzog von Bomarzo, in Rückblenden sein von körperlicher Entstellung, gescheiterten Beziehungen und der Sehnsucht nach Unsterblichkeit geprägtes Leben – darunter die von ihm selbst angeordnete Ermordung seines Bruders Maerbale. Aus Rache hat Maerbales Sohn Nicolás den vermeintlichen Unsterblichkeitstrank vergiftet, an dem der Herzog stirbt. In seinen Erinnerungen entsteht zugleich die Vorstellung des berühmten manieristischen Skulpturenparks, den er in Bomarzo errichten ließ.
Kulturelle Bedeutung
Ginastera verbindet in der Oper Zwölftontechnik, Mikrotonalität und Aleatorik mit Anklängen an Barockmusik und Madrigale. Die für August 1967 geplante Aufführung am Teatro Colón in Buenos Aires verbot die argentinische Militärregierung unter Juan Carlos Onganía wegen der expliziten sexuellen Inhalte; erst 1972 kam das Werk dort auf die Bühne.