Über das Werk
Bühnentragödie des bulgarisch-makedonischen Dramatikers Wojdan Tschernodrinski, uraufgeführt am 7. November 1900 im Saal der Gesellschaft „Slawische Beseda" in Sofia – trotz eines behördlichen Verbots, das die offen antiosmanische Haltung des Stücks fürchtete. Tschernodrinski schrieb das Stück nach der wahren Geschichte eines von einem osmanischen Bey entführten Mädchens aus Valandovo, teils im makedonischen Debarer Dialekt, teils auf Bulgarisch.
Handlung
Die junge Zweta wird aus ihrem Dorf von einem osmanischen Bey verschleppt und soll zum Übertritt zum Islam gezwungen werden; ihr Verlobter Spase und die Dorfgemeinschaft erkämpfen ihre Freilassung. Als der Bey sie an ihrem Hochzeitstag zurückholen will, eskaliert die Gewalt, und Zweta stirbt, ohne sich ihm zu beugen.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück wurde zu einem der meistgespielten frühen Werke des makedonisch-bulgarischen Theaters und begründete Tschernodrinskis wandernde Theatertruppe „Skrab i uteha" (Sorge und Trost). 1924 vertonte der Komponist Georgi Atanasov den Stoff als Oper. Bis heute wird das Werk in Bulgarien und Nordmazedonien unterschiedlich verortet – als bulgarisches beziehungsweise als makedonisches Nationaldrama.