Über das Werk
Blanka von Kastilien ist ein Jugenddrama, das Franz Grillparzer im Alter von 16 bis 18 Jahren zwischen 1807 und 1809 verfasste. Das Burgtheater lehnte es 1810 ab, und es erschien nicht in Heinrich Laubes erster Werkausgabe; seine Bühnenuraufführung erlebte das Stück erst am 5. November 1958 am Wiener Volkstheater, in einer stark gekürzten Fassung von Gustav Manker.
Handlung
Prinzessin Blanka wird aus politischem Kalkül mit König Pedro verheiratet, obwohl sie heimlich mit dessen Halbbruder Federigo verlobt war. Pedro, der an seiner Geliebten María hängt, lässt Blanka einsperren und plant, sie beseitigen zu lassen. Als er ihr begegnet, entbrennt seine Eifersucht wegen Federigo; Intrigen und ein Aufstand folgen, an deren Ende beide Liebenden sterben.
Kulturelle Bedeutung
Als Jugendwerk gilt das Stück literarisch als nicht besonders gelungen, besitzt aber literaturgeschichtliche Bedeutung: Es zeigt, wie stark der junge Grillparzer zunächst von Schiller geprägt war, bevor er einen eigenen dramatischen Ton fand. Die Wiener Uraufführung 1958, fast 150 Jahre nach der Entstehung, wurde von Publikum und Kritik wohlwollend aufgenommen.