Über das Werk
Bent ist ein Theaterstück des amerikanischen Dramatikers Martin Sherman über die Verfolgung homosexueller Männer im nationalsozialistischen Deutschland. Die Uraufführung fand am 3. Mai 1979 am Royal Court Theatre in London unter der Regie von Robert Chetwyn statt, mit Ian McKellen in der Hauptrolle des Max; die Produktion wechselte im Juli 1979 ins Criterion Theatre im Londoner West End. Die deutschsprachige Erstaufführung zeigte 1980 das Nationaltheater Mannheim unter dem Titel „Bent – Rosa Winkel“.
Handlung
Der Berliner Max wird nach dem sogenannten Röhm-Putsch 1934 gemeinsam mit seinem Freund Rudy verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Um dem als besonders gefährdet geltenden rosa Winkel für Homosexuelle zu entgehen, gibt er sich dort als Jude aus und trägt stattdessen den gelben Stern. Im Lager entwickelt er zu seinem Mitgefangenen Horst eine tiefe, zunächst nur durch Blicke und Worte gelebte Beziehung; erst als Horst vor seinen Augen erschossen wird, bekennt sich Max offen zu seiner Homosexualität und geht in den Tod.
Kulturelle Bedeutung
Bent machte als eines der ersten großen Bühnenwerke die bis dahin kaum bekannte NS-Verfolgung Homosexueller und das Lagerzeichen des rosa Winkels einem breiten Publikum bewusst und trug zur historischen Erforschung dieses Themas bei. Das für den Tony Award nominierte Stück wurde in über vierzig Ländern gespielt und 1997 mit Clive Owen und Ian McKellen verfilmt.