Über das Werk
Henrik Ibsen schrieb Baumeister Solness 1892 nach seiner Rückkehr aus 27 Jahren Auslandsexil in Christiania; das Stück erschien am 12. Dezember 1892 in Christiania und zwei Tage später in Kopenhagen in 10.000 Exemplaren. Nach einer urheberrechtlich notwendigen norwegischen Lesung im Londoner Theatre Royal am 7. Dezember 1892 fand die eigentliche Uraufführung am 19. Januar 1893 im Berliner Lessingtheater statt, mit Emanuel Reicher als Regisseur und Solness-Darsteller.
Handlung
Der Baumeister Halvard Solness, dessen Erfolg auf dem Brand des Elternhauses seiner Frau beruht, begegnet der jungen Hilde Wangel, die ihn zehn Jahre zuvor kennengelernt hat. Sie besteht darauf, dass er ihr damals ein „Königreich“ versprochen habe, und fordert ihn nun zur Einlösung heraus. Als Solness trotz seiner Höhenangst den Turm seines neuesten Baus besteigt, um einen Kranz aufzuhängen, stürzt er zu Tode, während Hilde ihm jubelnd zuwinkt.
Kulturelle Bedeutung
Ibsen verarbeitete in der Figur der Hilde auch seine Begegnung mit der jungen Wienerin Emilie Bardach 1889. Das psychologisch dichte Kammerspiel um Schuld, Alterserfahrung und Begehren wurde gemischt, in der Tendenz aber positiver aufgenommen als seine Vorgängerstücke und gilt heute als Schlüsseltext des symbolistisch grundierten Spätwerks.
