Barbara von Tisenhusen
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Barbara von Tisenhusen

Eduard Tubin
Oper · 1969

Über das Werk

Barbara von Tisenhusen ist eine Oper in drei Akten von Eduard Tubin nach einem Libretto von Jaan Kross. Tubin, der 1944 vor der sowjetischen Besetzung Estlands nach Schweden geflohen war, vollendete die Partitur bis 1968; die Uraufführung fand am 4. Dezember 1969 am Estonia-Theater in Tallinn statt, wohin der Komponist eigens aus dem schwedischen Exil reiste.

Handlung

Die Handlung folgt der historisch verbürgten livländischen Adligen Barbara von Tisenhusen, die um 1550 auf dem Gut ihrer Stiefeltern den bürgerlichen Sekretär Franz Bonnius liebt. Weil eine Verbindung zwischen Adel und Bürgertum den Standesgesetzen widerspricht, verhindern ihre Brüder die geplante Flucht des Paares und lassen Barbara im Winter im zugefrorenen See Võrtsjärv ertränken.

Kulturelle Bedeutung

Der Stoff geht auf eine Chronik des baltischen Geschichtsschreibers Balthasar Rüssow von 1578 zurück und wurde unter anderem von der Dichterin Marie Under literarisch verarbeitet, bevor Jaan Kross ihn für Tubin als Libretto einrichtete. Die Kritik am Standesdünkel des baltischen Adels erlaubte dem Werk trotz Tubins Exil-Status eine Aufführung im sowjetisch besetzten Estland und machte es zu einer der bekanntesten estnischen Opern.

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