Über das Werk
Aschenbrödel ist ein Ballett von Johann Strauss (Sohn), sein letztes und unvollendetes Werk: Bis zu seinem Tod 1899 hatte er nur den ersten Akt und die Hälfte des dritten Akts selbst orchestriert. Der Ballettkomponist Josef Bayer vollendete die Partitur, vertraglich verpflichtet, ausschließlich Strauss'sche Musik zu verwenden; das Libretto von Albert Kollmann (unter dem Pseudonym Carl Colbert) war zuvor aus 700 Einsendungen eines Wettbewerbs ausgewählt worden. Die Uraufführung fand am 2. Mai 1901 an der Königlichen Oper Berlin in Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. statt, choreografiert von Emil Graeb.
Handlung
Das Märchen von Aschenbrödel spielt in einer modernisierten, bürgerlichen Welt: Prinz Leon besitzt ein Warenhaus, seine künftige Aschenbrödel arbeitet in einer kleinen Werkstatt statt am häuslichen Herd, und über den verlorenen Schuh finden beide zueinander.
Kulturelle Bedeutung
Gustav Mahler lehnte es ab, die von Bayer vollendete Fassung zu dirigieren, weil sie seiner Ansicht nach Strauss nicht mehr authentisch wiedergebe; an der Wiener Hofoper kam das Werk erst 1908 heraus – als erste Ballettproduktion des Hauses in zeitgenössischer statt klassischer Tänzertracht. Danach geriet es weitgehend in Vergessenheit, bis Renato Zanella es 1999 an der Wiener Staatsoper neu choreografierte.
