Über das Werk
Artaserse ist eine Opera seria in drei Akten von Leonardo Vinci nach einem Libretto von Pietro Metastasio, das dieser erstmals für die Bühne verfasste. Die Uraufführung fand am 4. Februar 1730 am Teatro delle Dame in Rom statt, mit einer wegen des päpstlichen Verbots weiblicher Bühnenauftritte rein männlichen Besetzung aus Kastraten. Es war Vincis letzte vollendete Oper; er starb wenige Monate später in Neapel.
Handlung
Nach der Ermordung des persischen Königs Serse gerät dessen Sohn Artaserse zwischen die Fronten: Der eigentliche Täter, Artabano, ist der Vater seines besten Freundes Arbace, der fälschlich der Tat verdächtigt wird. Arbace schweigt aus Loyalität zu seinem Vater, wird zum Tode verurteilt und erst im letzten Moment durch die Enthüllung der Wahrheit gerettet; Artaserse verzeiht und besteigt den Thron.
Kulturelle Bedeutung
Als erste Vertonung von Metastasios meistgesetztem Libretto (über 90 Kompositionen) prägte Vincis Artaserse die Gattung der Opera seria maßgeblich mit. Eine Neuproduktion 2012 mit fünf Countertenören unter Diego Fasolis machte das lange vergessene Werk international neu bekannt.
