Über das Werk
Arlecchino oder Die Fenster ist ein „Theatralisches Capriccio“ in einem Akt von Ferruccio Busoni nach eigenem deutschem Libretto. Angeregt von einer Commedia-dell’arte-Aufführung und einer Puppenoper, die er 1912 in Italien sah, schrieb Busoni den Text 1913/14 und vollendete die Partitur im August 1916 in Zürich. Die Uraufführung fand am 11. Mai 1917 im Stadttheater Zürich unter seiner eigenen Leitung statt, im Doppelabend mit seiner Oper „Turandot“.
Handlung
Im Bergamo des 18. Jahrhunderts bringt der Tunichtgut Arlecchino die Nachbarschaft durcheinander: Er verführt die Frau des Schneiders Matteo, lässt diesen unter einem Vorwand zum Militärdienst einziehen und liefert sich ein Duell mit einem Rivalen. Am Ende entkommt er mit seiner Geliebten, während der ahnungslose Matteo von einem nie stattgefundenen Krieg zurückkehrt.
Kulturelle Bedeutung
Ungewöhnlich für eine Oper ist die Titelfigur eine reine Sprechrolle, die als ironischer Kommentator Ideale wie Recht, Soldatentum und Treue verspottet. Das Werk wurde bis 1928 rund zehnmal im deutschsprachigen Raum gespielt, verschwand danach lange von den Spielplänen und wird erst seit den 1960er Jahren wieder vereinzelt aufgeführt.
