Über das Werk
Dramma per musica in drei Akten von Domenico Sarro nach einem Libretto Pietro Metastasios, uraufgeführt am 4. November 1737 zur feierlichen Eröffnung des neu erbauten Teatro di San Carlo in Neapel und zugleich zum Namenstag König Karls VII. von Neapel, des späteren spanischen Königs Karl III. Metastasios Text war zuvor bereits 1736 in Wien von Antonio Caldara vertont worden.
Handlung
Um den jungen Achill vor dem drohenden Krieg um Troja zu bewahren, hat seine Mutter Thetis ihn in Frauenkleidern am Hof des Königs Lykomedes auf der Insel Skyros versteckt. Dort verliebt er sich heimlich in die Königstochter Deidamia, während Eifersucht, Verwechslungen und die Ankunft der griechischen Gesandten Ulisse und Nestore seine wahre Identität preiszugeben drohen. Am Ende wird Achill entlarvt, doch Lykomedes segnet seine Verbindung mit Deidamia, bevor der junge Held zum Kampf nach Troja aufbricht.
Kulturelle Bedeutung
Nach der Uraufführung geriet die Oper für mehr als 250 Jahre in Vergessenheit; erst 2007 wurde sie beim Festival della Valle d'Itria in Martina Franca wiederentdeckt und szenisch aufgeführt, eine Liveaufnahme dieser Produktion erschien beim Label Dynamic. Als Eröffnungswerk des Teatro di San Carlo, das bis heute zu den ältesten durchgehend bespielten Opernhäusern Europas zählt, markiert Achille in Sciro einen Gründungsmoment der neapolitanischen Operngeschichte.