Über das Werk
Dramma per musica in drei Akten von Florian Leopold Gassmann nach dem Libretto Pietro Metastasios, uraufgeführt zur Himmelfahrtsmesse 1766 im Teatro San Giovanni Grisostomo in Venedig. Gassmann kehrte für dieses Auftragswerk aus dem wegen der Hoftrauer um Kaiser Franz I. geschlossenen Wien in die Lagunenstadt zurück.
Handlung
Um einen Orakelspruch zu vereiteln, hat Thetis ihren Sohn Achill als Mädchen namens „Pirra“ am Hof des Lykomedes auf Skyros versteckt, wo er sich heimlich in Prinzessin Deidamia verliebt. Der griechische Gesandte Ulisse, der Kämpfer für den Krieg gegen Troja sucht, deckt Achills wahre Identität mit einer List auf: Er lässt Kampflärm vortäuschen, worauf das vermeintliche Mädchen instinktiv nach den Waffen greift. Achill muss sich zwischen der Liebe zu Deidamia und der Pflicht zum Kriegszug entscheiden; König Lykomedes löst den Konflikt, indem er ihn ziehen lässt und zugleich mit Deidamia verlobt.
Kulturelle Bedeutung
Erstmals 1736 von Antonio Caldara zur Wiener Hochzeit Maria Theresias mit Franz Stephan von Lothringen vertont, blieb Metastasios Text eines der meistgespielten Sujets der Opera seria. Gassmanns Fassung fällt in seine produktivste venezianische Schaffensphase, kurz bevor er sich endgültig am Wiener Hof niederließ.
