Über das Werk
Jewhen Stankowytsch komponierte die dreiaktige Folk-Opera Mitte der 1970er-Jahre im Auftrag einer Konzertagentur für die Weltausstellung 1978 in Paris; sowjetische Kulturfunktionäre untersagten jedoch schon die Generalprobe im Oktober 1978, weil dem Werk der Klassenkampf und die Freundschaft der Völker fehlten. Die szenische Uraufführung unter eigenem Titel und in zweiaktiger Fassung fand erst am 15. Dezember 2017 an der Nationaloper Lwiw statt.
Handlung
Der erste Akt zeigt das alte ukrainische Brauchtum rund um das Fest der Sommersonnenwende (Kupalo) und die Sage von der einmal im Jahr blühenden Farnblüte als Symbol der Liebe. Der zweite Akt stellt diesem goldenen Zeitalter Bilder ukrainischer Freiheitskämpfe und Krisen entgegen, vom Kosakenaufstand des 17. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, und endet mit der Geburt eines Sohnes als Hoffnungszeichen.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk verbindet original ukrainische Volksweisen mit einer zeitgenössischen, von Rockmusik beeinflussten Klangsprache und gilt als bedeutendes Beispiel des ukrainischen musikalischen Neofolklorismus. Nach vier Jahrzehnten Aufführungsverbot durch die sowjetische Zensur wurde die Lwiwer Uraufführung 2017 als kulturelle Wiedergutmachung und als Statement ukrainischer Identität wahrgenommen.