Über das Werk
Sibylle Bergs Fortsetzung von Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen wurde am 24. September 2015 am Maxim Gorki Theater Berlin uraufgeführt, erneut unter der Regie von Sebastian Nübling. Die Inszenierung erhielt den Friedrich-Luft-Preis als beste Berliner und Potsdamer Aufführung des Jahres 2015 und wurde 2016 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen, wo sie den Publikumspreis gewann. Das Stück setzt Bergs fortlaufende Chronik einer weiblichen Anti-Heldin fort.
Handlung
Die Protagonistin aus Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen ist inzwischen Mutter geworden. Ihr Kind Mirna ist nicht geplant, nicht niedlich, nicht Instagram-tauglich. Stattdessen mutet Mirna ihrer Mutter die volle Wucht einer realen Existenz zu: Schreien, Fordern, Nicht-Schlafen, das Zerstören aller Selbstentwürfe. Die Mutter hat eine selbst zusammengestellte Familie in Form einer Wohngemeinschaft um sich versammelt und reflektiert mit ihren Mitbewohnerinnen die Brüche ihres neuen Lebens. Zwischen Wutausbrüchen, Rachefantasien und zärtlichen Momenten entfaltet Berg ein präzises Bild der Erschöpfung einer Frauengeneration, die alles gleichzeitig leisten soll.
Kulturelle Bedeutung
Und dann kam Mirna gilt als eines der wichtigsten zeitgenössischen Mutterschafts-Stücke und erweitert den Kosmos der Berg-Nübling-Zusammenarbeit am Maxim Gorki Theater. Der Friedrich-Luft-Preis würdigte die Dringlichkeit und Komik der Inszenierung gleichermaßen. Das Werk wurde an zahlreichen Bühnen nachgespielt und zeigt, wie Sibylle Berg mit jeder Fortsetzung ihrer Serie die Themen einer Generation weiterschreibt — vom digitalen Rückzug über die Mutterschaft bis zum Tod.