Top Girls
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Top Girls

Caryl Churchill
Theater · 1982

Über das Werk

Caryl Churchills Stück „Top Girls" wurde 1982 am Royal Court Theatre in London uraufgeführt. Es ist eines der wichtigsten Werke des feministischen Theaters der 1980er Jahre und besteht aus drei thematisch verschränkten Akten, die Frauen-Karrieren im Thatcher-Großbritannien analysieren.

Handlung

Erster Akt: Marlene, die soeben zur Direktorin der Personalvermittlungsagentur „Top Girls" befördert wurde, feiert mit fünf historischen und literarischen Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten in einem Restaurant: Päpstin Johanna (umstrittene mittelalterliche Päpstin), die japanische Hofdame Lady Nijō, die schottische Reisende Isabella Bird, Geoffrey Chaucers „Patient Griselda" und Pieter Bruegels „Verrückte Margarete". Jede erzählt ihre Geschichte — meist tragisch, geprägt von männlicher Gewalt und Verlust von Kindern. Zweiter Akt: Marlene in der Agentur, mit Kollegin Win und Nell, mit Bewerberinnen unterschiedlicher Schichten. Die intelligente, schwierige 16-jährige Angie kommt unangekündigt zu Besuch — angeblich Marlenes Nichte. Marlene versteckt sie. Dritter Akt (zeitlich VOR dem zweiten): ein Jahr früher, Marlenes Heimatdorf in Suffolk. Marlene besucht ihre Schwester Joyce. Streit. Es stellt sich heraus: Angie ist nicht Marlenes Nichte, sondern ihre Tochter — Marlene gab das Kind als 17-Jährige der Schwester, um Karriere zu machen. Joyce hat das Kind großgezogen. Politischer Streit um Thatcher-Politik bricht aus. Im letzten Bild kommt Angie nachts ins Wohnzimmer und sagt nur: „Frightening."

Kulturelle Bedeutung

Top Girls ist Churchills wichtigstes Werk und Schlüsseltext des britischen feministischen Theaters. Die formale Innovation — der erste Akt mit überlappenden Dialogen aus verschiedenen Epochen — wurde stilbildend. Das Stück wirft die Frage auf: Welchen Preis zahlen Frauen für „männliche" Karrieremodelle? Marlene als Thatcher-Allegorie — sie hat es geschafft, indem sie die Klassen-Solidarität aufgegeben und ihr Kind weggegeben hat. Inszenierungen weltweit; National-Theatre-Produktion 2019 und Caryl Churchills eigene Aufsicht prägen die Aufführungstradition.

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