Über das Werk
„The Times Are Racing" ist ein vierteiliger Ballettabend des Hamburg Ballett, der in der Spielzeit 2025/26 (Aufführungen u. a. im Frühjahr 2026) gezeigt wird. Der Abend spannt einen Bogen über rund fünfzig Jahre Tanzgeschichte und stellt vier sehr unterschiedliche Choreografien gegenüber: „Adagio" von Pina Bausch, „Variations for Two Couples" von Hans van Manen, „The Thing with Feathers" von Demis Volpi und „The Times Are Racing" von Justin Peck, nach dem der Abend benannt ist. Unter der Leitung von Demis Volpi präsentiert sich das Hamburg Ballett damit als Compagnie, die das Erbe des 20. Jahrhunderts mit der Gegenwart des Tanzes verbindet.
Handlung
Der Abend versammelt vier eigenständige Werke. Pina Bauschs „Adagio" (zu Gustav Mahlers Adagio aus der 10. Sinfonie) erklingt in einer Rekonstruktion der Pina Bausch Foundation gemeinsam mit dem Hamburg Ballett – ein frühes, lyrisches Werk der späteren Tanztheater-Pionierin. Hans van Manens „Variations for Two Couples" (2012, Ausstattung Keso Dekker) ist elegant-erotisch, schlicht und zugleich hochvirtuos. Demis Volpis „The Thing with Feathers" zu Richard Strauss' „Metamorphosen" verbindet Trauer, Freude und Sehnsucht zu einem berührenden Spiel über die Flüchtigkeit des Tanzes. Den Abschluss bildet Justin Pecks „The Times Are Racing": ein rasantes, vom Stepptanz durchdrungenes Stück (zur Musik von Dan Deacon) über Pecks amerikanische Heimat – ihre Weite und ihr Tempo, ihre hoffnungsvollen Ideale, aber auch ihre dunkle politische Realität.
Kulturelle Bedeutung
Indem „The Times Are Racing" vier Handschriften aus fünf Jahrzehnten nebeneinanderstellt – von Pina Bausch über Hans van Manen bis zu Demis Volpi und Justin Peck –, macht der Abend Kontinuität und Wandel des Tanzes in einem einzigen Programm erfahrbar. Für das Hamburg Ballett, über Jahrzehnte von John Neumeier geprägt, steht ein solcher Mixed Bill für die programmatische Öffnung unter Demis Volpi (Intendant seit der Spielzeit 2024/25) hin zu einem breiten internationalen Repertoire. Die Gegenüberstellung lädt das Publikum ein, choreografische Entwicklungslinien des 20. und 21. Jahrhunderts unmittelbar zu vergleichen.
