Über das Werk
Tarelkins Tod ist eine „Komödien-Scherz“ in drei Akten von Alexander Wassiljewitsch Suchowo-Kobylin, der Abschluss seiner Trilogie „Bilder aus der Vergangenheit“. Er schrieb das Stück 1869, die zaristische Zensur ließ es aber erst 1899 zur Aufführung zu; uraufgeführt wurde es 1900 am Suworin-Theater in Sankt Petersburg.
Handlung
Der Kollegienrat Tarelkin täuscht seinen eigenen Tod vor und gibt sich als sein soeben verstorbener Nachbar Kopylow aus, um seinen Gläubigern zu entkommen und seinen Vorgesetzten Warrawin mit gestohlenen Briefen zu erpressen. Die Maskerade gerät außer Kontrolle, als die Polizei in dem angeblichen Kopylow einen Vampir vermutet und die Beteiligten in ein groteskes Verhörkarussell zieht.
Kulturelle Bedeutung
Mit ihrer grotesken Überzeichnung der Bürokratie gilt die Komödie als Vorwegnahme des Theaters des Absurden; Literaturwissenschaftler haben sie mit Kafkas Werk verglichen. Sie beschließt Suchowo-Kobylins Abrechnung mit der Bestechlichkeit von Justiz und Verwaltung im Russland seiner Zeit.