Srebrenica
—
0 Bewertungen

Srebrenica

Branko Šimić
Theater · 2015

Über das Werk

„Srebrenica" ist ein dokumentarisches Theaterprojekt von Branko Šimić und Armin Smailovic, das die Erinnerung an den Völkermord von Srebrenica (Juli 1995) auf die Bühne bringt. Die Uraufführung fand am 3. Dezember 2015 am Thalia Theater Hamburg (Thalia in der Gaußstraße) statt; später übernahm auch das Berliner Ensemble die Produktion. Der Abend verbindet dokumentarische Recherche, persönliche Lebensgeschichten und die politische Metaebene, um die Dimension des größten Kriegsverbrechens in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg erfahrbar zu machen.

Handlung

Das Stück erzählt aus drei Perspektiven, entlang der Biografien dreier Männer: ein Überlebender des Massakers, der heute als zentraler Zeuge vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag aussagt; ein niederländischer UN-Soldat, der 1995 in Srebrenica stationiert war; und ein Angehöriger einer bosnisch-serbischen Kommandoeinheit, der inzwischen mit einer völlig neuen Identität lebt. Aus der Gegenüberstellung von Zeuge, Täter und Opfer entsteht ein vielstimmiges Bild der Ereignisse, das einfache Schuldzuweisungen verweigert und die Fragen nach Verantwortung, Trauma und Erinnerung stellt. Grundlage sind reale Gespräche und Zeugnisse, die die Autoren über Jahre zusammentrugen.

Kulturelle Bedeutung

Beim Völkermord von Srebrenica wurden im Juli 1995 mehr als 8.000 bosniakische Männer und Jungen ermordet; das Verbrechen ist völkerrechtlich als Genozid anerkannt. „Srebrenica" steht in der Tradition des dokumentarischen Theaters, das reale Zeugnisse statt fiktiver Handlung auf die Bühne bringt und Theater als Ort politischer Aufklärung und kollektiven Erinnerns begreift. Indem das Projekt Überlebende, Täter und Beobachter zu Wort kommen lässt, leistet es einen Beitrag zur Aufarbeitung eines Traumas, das bis heute das Verhältnis der Nachfolgestaaten Jugoslawiens prägt.

Community-Bewertung
—
0 Bewertungen
Home
Entdecken
Freunde
Profil