Über das Werk
„Schleuderdrama" ist ein Theaterstück der Autorin Laura Naumann, das die nahe Zukunft eines Zusammenlebens von Mensch und künstlicher Intelligenz verhandelt. Das für drei Spieler:innen angelegte Schauspiel fragt, was es bedeutet, künstliche Intelligenz in unser Leben zu lassen: Ist sie Werkzeug, Spiegel oder Rivalin? Und wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Maschine, zwischen Kontrolle und Kontrollverlust? Die Arbeit an dem Text wurde vom Deutschen Literaturfonds gefördert; uraufgeführt wurde das Stück am Theater Bielefeld.
Handlung
Statt einer geschlossenen Erzählung kreist der Abend um die Reibungsflächen, die entstehen, wenn künstliche Intelligenz in den Alltag, in Beziehungen und in das Selbstbild von Menschen eindringt. Im Vordergrund stehen die Leitfragen des Stücks: Inwieweit dient uns die Technik – und inwieweit beginnt sie, uns zu formen? Wo wird der vermeintliche Helfer zum Gegenüber, das uns spiegelt oder herausfordert? „Schleuderdrama" lotet diese Ambivalenzen szenisch aus und macht die Verunsicherung erfahrbar, die der rasante technologische Wandel auslöst.
Kulturelle Bedeutung
Mit dem Aufstieg generativer KI ist die Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine zu einem der drängendsten Themen der Gegenwart geworden. „Schleuderdrama" greift diese Debatte für die Bühne auf und reiht sich in eine wachsende Zahl zeitgenössischer Stücke ein, die Digitalisierung und künstliche Intelligenz nicht als bloßes Science-Fiction-Motiv, sondern als unmittelbare gesellschaftliche Realität verhandeln. Die Förderung durch den Deutschen Literaturfonds unterstreicht den Rang des Textes innerhalb der neuen deutschsprachigen Dramatik.
