Über das Werk
„Schicklgruber" ist ein Puppentheaterstück des Solokünstlers Neville Tranter (Stuffed Puppet Theatre). Der Titel spielt auf den ursprünglichen Familiennamen von Hitlers Vater an. Tranter spielt das Stück allein und führt dabei lebensgroße Puppen, die Adolf Hitler und seine Entourage in den letzten Tagen des „Dritten Reichs" verkörpern. Es ist eine düster-groteske Satire über Macht, Verblendung und Mittäterschaft.
Handlung
Schauplatz ist der Berliner Führerbunker im April 1945, während das nationalsozialistische Regime in seinen letzten Zügen liegt. Eingeschlossen in der unterirdischen Enge warten Hitler und die Menschen seines engsten Kreises — unter ihnen Eva Braun sowie führende Vertraute des Regimes — auf das nahende Ende. Tranter lässt diese historischen Figuren als Puppen auftreten und zeigt sie in ihrer Mischung aus Größenwahn, Angst, Servilität und Selbsttäuschung. Zwischen grotesker Komik und beklemmendem Ernst entfaltet das Stück ein Kammerspiel des Untergangs: Es fragt, wie Menschen sich angesichts der eigenen Schuld und des unausweichlichen Zusammenbruchs verhalten, und entzieht den Tätern jede heroische Aura.
Kulturelle Bedeutung
Neville Tranter gilt als einer der bedeutendsten Puppenspieler der Gegenwart, der das Figurentheater konsequent für ein erwachsenes Publikum und für ernste, oft verstörende Stoffe nutzt. „Schicklgruber" reiht sich in die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ein und nutzt die Verfremdung durch die Puppe, um Distanz und kritische Schärfe zugleich zu erzeugen.
