Über das Werk
Romeo und Julia ist ein abendfüllendes Handlungsballett von Cathy Marston nach William Shakespeares Tragödie, zur Musik von Sergej Prokofjew. Die Uraufführung tanzte das Ballett Zürich am 23. Mai 2026 im Opernhaus Zürich – die erste Zusammenarbeit der Ballettdirektorin Marston mit Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda. Das Szenarium schrieb Marston gemeinsam mit Edward Kemp, die Ausstattung stammt von David Fleischer. Marston verdichtet Prokofjews vieraktige Partitur zu einer zweiaktigen Fassung von rund zweieinhalb Stunden.
Handlung
Verona, eine Welt, in der Nähe und Gewalt untrennbar nebeneinanderstehen: Die Kinder verfeindeter Familien, Romeo und Julia, verlieben sich und werden von der Feindschaft ihrer Häuser in den Tod getrieben. Marston erzählt den Stoff jenseits gängiger Klischees – ganz ohne Degen und Gift –, rückt poetische Bilder und präzise Figurenzeichnung ins Zentrum und gibt auch Nebenfiguren Raum: Aus Benvolio wird eine forsche Benvolia, und Romeos erste Schwärmerei Rosalind tritt als eigene Bühnenfigur auf. In Sekundenbruchteilen kippt alles in sein Gegenteil – von Liebe zu Gewalt, von Begehren zu Verlust.
Kulturelle Bedeutung
Mit Cathy Marstons „Romeo und Julia" holte sich das Ballett Zürich ein großes klassisches Handlungsballett in neuer choreografischer Lesart ins Repertoire. Marston, seit 2023 Direktorin des Balletts Zürich und für ihr erzählerisches, literarisch geprägtes Tanztheater international renommiert, deutet den Mythos psychologisch und figurenreich neu. Getragen von Prokofjews ikonischer Partitur unter Gianandrea Noseda wurde die Produktion begeistert aufgenommen und in mehrere Folgespielzeiten übernommen.
