Über das Werk
Pietro Mascagnis Cavalleria rusticana (1890) und Ruggero Leoncavallos Pagliacci (1892) — hier in umgekehrter Reihenfolge gegeben — sind die beiden Schlüsselwerke des italienischen Verismo. Die Reihenfolge mit Pagliacci zuerst betont die theatrale Selbstreflexion und schließt den Abend mit der ländlich-archaischen Wucht der Cavalleria.
Handlung
Pagliacci: Eine Wandertruppe trifft in einem kalabresischen Dorf ein. Der Prinzipal Canio entdeckt, dass seine Frau Nedda eine Affäre mit dem Bauern Silvio hat. In der abendlichen Commedia-dell'arte-Aufführung verschwimmen Spiel und Wirklichkeit: Canio als Bajazzo bricht in seinem berühmten „Vesti la giubba" zusammen, ersticht auf offener Bühne Nedda und den herbeispringenden Silvio. „La commedia è finita!" Cavalleria rusticana: In einem sizilianischen Dorf am Ostermorgen liebt Santuzza den jungen Turiddu, der sie verlassen hat und sich Lola, der Frau des Fuhrmanns Alfio, zugewandt hat. Als Santuzza Alfio die Affäre verrät, fordert dieser Turiddu zum Duell. Hinter den Kulissen erstechen sich beide Männer; eine Frau ruft: „Hanno ammazzato compare Turiddu!"
Kulturelle Bedeutung
„Cav & Pag" sind Inbegriff des Verismo, der italienischen Operngegenbewegung zur literarischen Romantik mit Fokus auf einfache Menschen und ungeschönte Leidenschaft. Mascagnis Intermezzo und Canios „Vesti la giubba" gehören zu den meistzitierten Opernmomenten überhaupt. Die hier gewählte Reihenfolge Pagliacci/Cavalleria — gegenüber der historischen Tradition Cav/Pag — ist eine künstlerische Entscheidung der jeweiligen Inszenierung.
