Über das Werk
„Oh no, not again!" ist eine Theaterproduktion von Aslı Kışlal, die im Kasino des Burgtheaters Wien (Schwarzenbergplatz) uraufgeführt wurde. Mit Humor nimmt der Abend den Kunst- und Theaterbetrieb und seine Selbstbespiegelung aufs Korn. Aslı Kışlal, designierte Direktorin des Wiener Theaters der Jugend, richtet ihren Blick dabei besonders auf Haltungen, wie sie in progressiven, links-liberalen Milieus verbreitet sind.
Handlung
Statt einer durchgehenden Handlung reiht der Abend fragmentarische Szenen und Vignetten aneinander. Ensemblemitglieder und Laien – als „Expert:innen des Alltags" (ein Konzept in der Tradition von Rimini Protokoll) – reflektieren über die Theaterwelt und ihre Selbstgefälligkeit. Mit ironischer Schärfe führt „Oh no, not again!" die Scheinheiligkeit des Kunstbetriebs vor: das Auseinanderklaffen von hehren Ansprüchen (Diversität, Haltung, Repräsentation) und gelebter Praxis. Der Titel selbst – ein genervtes „Oh nein, nicht schon wieder!" – wird zum Kommentar auf die ewig gleichen Debatten und Rituale der Branche.
Kulturelle Bedeutung
„Oh no, not again!" steht für ein selbstreflexives, dokumentarisch grundiertes Theater, das die eigene Institution zum Gegenstand macht. Indem es Profis und „Alltagsexpert:innen" zusammenbringt, hinterfragt es, wer im Kulturbetrieb sprechen darf und wie glaubwürdig dessen progressive Selbstbeschreibung ist. Der Abend reiht sich in eine Reihe von Arbeiten ein, die Repräsentation, Diversität und Machtstrukturen im Theater nicht als Behauptung, sondern als kritische Praxis verhandeln.
