Über das Werk
Das Musical von Michael Kunze und Sylvester Levay wurde 1999 am Theater an der Wien uraufgeführt und ist das zweite Werk des Duos nach dem Welterfolg „Elisabeth". Im Zentrum steht kein biographisches Porträt Mozarts, sondern eine psychologische Deutung: der Konflikt zwischen dem Wunderkind-Genie Wolferl und dem erwachsenen Mann Wolfgang Amadeus.
Handlung
Wolfgang Amadeus Mozart wird von seinem Vater Leopold als Wunderkind ausgebeutet und europaweit vorgeführt. Als Erwachsener versucht er, sich von Vater und dem Salzburger Fürstbischof zu befreien, zieht nach Wien, heiratet Constanze Weber und versucht als freier Künstler zu leben. Verfolgt wird er vom „Amadé" — seinem kindlichen Alter Ego, das ihn zu immer größeren musikalischen Leistungen zwingt und dabei seine Lebenskraft aufzehrt. Zwischen Komposition, Schulden, familiären Spannungen und gesellschaftlichen Enttäuschungen arbeitet Mozart sich zu Tode. Mit letzten Kräften schreibt er am Requiem, bevor er zusammenbricht.
Kulturelle Bedeutung
Mozart! wurde in zehn Ländern inszeniert und gilt nach Elisabeth als das wichtigste deutschsprachige Musical der Jahrhundertwende. Die Doppelbesetzung Wolferl/Wolfgang durch einen Schauspieler und ein Kind wurde Markenzeichen der Inszenierung und erfordert choreografische Präzision. Levays Musik verbindet Pop-Idiom mit Reminiszenzen an Mozart-Zitate, ohne in Nachahmung zu verfallen. Das Stück wurde besonders in Japan zum Phänomen, wo Produktionen in der Takarazuka Revue Kultstatus erlangten.
